Raps: Die Rapsbestände präsentieren sich derzeit sehr heterogen. Früh gesäte Bestände mit kräftigen Einzelpflanzen sehen deutlich besser aus als die Spätsaaten.
Strukturschäden im Boden und Staunässe sind auf einigen Schlägen deutlich erkennbar. Auf diesen Flächen war die Jugendentwicklung verhalten und der Raps konnte keine kräftige Pfahlwurzel ausbilden. Diese Bestände sollten unbedingt gezielt gefördert werden.
Mineraldüngung: Schwache Bestände sollten früh und kräftig angedüngt werden. Nitratbetonte Dünger wie z.B. Sulfan sind besonders gut geeignet, um das Wachstum in Gang zu bringen. Wir empfehlen in schwachen Beständen zur ersten Gabe mindestens 65% des fürs Frühjahr geplanten mineralischen N zu streuen.
Wurzelentwicklung: Phospor ist für den Energiestoffwechsel der Pflanze und besonders für die Wurzelentwicklung sehr wichtig. Wenn allerdings die Wurzel schlecht entwickelt ist, dann wird wenig Phospor aufgenommen und die Pflanze kann aus dieser Wuchsdepression nicht ausbrechen. In solchen Fällen bietet sich eine P-Blattdüngung (Yara KombiPhos) im Zuge der ersten Insektizidmaßnahme an. Zudem ist es vor allem auf knapp versorgten Standorten in diesem Frühjahr empfehlenswert zumindest eine Teilmenge an wasserlöslichem Phosphat (ca. 30-50 kg P2O5) über Volldünger NP oder PK Dünger zu streuen.
Herbizid: Wenn im Raps noch Verunkrautung mit Klette, Kamille, Storchschnabel vorhanden ist, dann gleich bei der ersten Insektizidmaßnahme 1,0 l/ha Korvetto mit spritzen.
Insektizid: Zum Wochenende sind frühlingshafte Temperaturen vorhergesagt. Dann erwarten wir die erste Zuflugwelle von Rapsstängelrüssler und gefleckter Kohltriebrüssler. Stellen Sie also Gelbschalen in Ihre Bestände, um konkrete Informationen zum Befall am Standort zu haben. Bitte Gitterabdeckung nicht vergessen, damit Nützlinge geschont werden.
Mittlerweile gibt treten örtlich auch bei den Rapsstängelrüsslern Resistenzen gegen einfache Pyrethroide (Typ II) auf. Wer in den letzten Jahren hier schlechte Erfahrungen gemacht hat, sollte unbedingt auf ein Trebon ausweichen. Teilweise sind auch schon Rapsglanzkäfer mit in die Bestände eingeflogen. Auch in diesen Fällen unbedingt Trebon einsetzen.
Zur Erinnerung noch einmal die Schadschwellen:
Großer Rapsstängelrüssler ( schwarze Füße)
5 Käfer in 3 Tagen in der Gelbschale
Reifungsfraß ca. 5 Tage
Gefleckter Kohltriebrüssler (helle/rostbraune Füße)
15 Käfer innerhalb von 3 Tagen
Reifungsfraß ca. 10 Tage
Wer hauptsächlich Gefleckte Kohltriebrüssler in der Gelbschale findet, hat aufgrund des Längeren Reifungsfraßes ein längeres Zeitfenster um die erste Insektizidmaßnahme zu setzen. Es ist dann auch empfehlenswert, diesen Zeitraum auszunutzen, um ggfs. weitere Zuflugwellen abzugreifen.
Wurde allerdings die Schadschwelle bei den Rapsstängelrüsslern überschritten, sollte innerhalb der folgenden Tage behandelt werden. |