Info Rundschreiben Raps

Liebe Landwirtinnen und Landwirte,

die neue Rapssaison steht vor der Tür. In unserem aktuellen Rundschreiben haben wir für Sie die wichtigsten Empfehlungen rund um Sortenwahl, Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung sowie Schnecken- und Unkrautbekämpfung zusammengestellt.

Gerade aufgrund der aktuellen Witterungsbedingungen ist es in diesem Jahr sehr wichtig, die Bestände sorgfältig zu etablieren, um einen möglichst guten Start zu ermöglichen.

Wir wünschen Ihnen eine erfolgreiche Rapssaison und freuen uns, Sie mit unseren Empfehlungen zu unterstützen.

Inhalt:

1. Sortenempfehlung
2. Bodenbearbeitung
3. Aussaat von Raps
4. Düngung
5. Schneckenbekämpfung
6. Herbizide

 

1. Sortenempfehlung / Beize / Umbruchversicherung

Zur Beizausstattung: Die Standardbeize mit Scenic Gold verhindert Pflanzenverluste durch Auflaufkrankheiten und falschen Mehltau. Je nach Züchter wird dies z. B. noch durch Mikronährstoffe ergänzt.

Nachdem wir im Vorjahr z. T. massive Probleme mit dem Rapserdfloh hatten, raten wir zumindest auf gefährdeten Flächen (Altraps in der Nähe) zur Lumiposa-Beize. Sie schützt den Raps bis zum Laubblattstadium vor Erdfloh und hat eine zusätzliche Wirkung auf die Weiße Kohlfliege. Gleichzeitig unterstützt der Wirkstoff das Wachstum in der Keimphase bis zum Laubblattstadium. Das hilft dem Raps, den Schädlingen „davonzuwachsen“.

Risikominimierung durch Umbruchversicherung:
Wer KWS-Sorten anbaut, kann sich auf deren Homepage registrieren und eine kostenfreie Umbruchversicherung abschließen. Egal aus welchem Grund der Raps umgebrochen/noch einmal neu gesät werden muss, beim KWS-Raps-MehrWert-Service werden 50 % der Kosten erstattet.

Für diejenigen, die aufgrund der Bedingungen eher unsicher sind, kann dies durchaus eine interessante Möglichkeit zur Absicherung sein.

  • KWS Vamos (1,5 Mio. Körner/Einheit)
    Vamos hat sich wiederholt in den Spitzenplätzen der LSV behauptet und gehört damit zu den Top-Sorten im Korn- und Ölertrag. Mittlere und homogene Abreife von Korn + Stroh. Saatzeitflexibel – auch für Frühsaaten geeignet, da er im Herbst absolut schossfest ist. Allrounder für alle Lagen.
  • KWS Nautilos (1,5 Mio. Körner/Einheit)
    Neben Vamos ein echter Leistungsträger der KWS. Sehr breite Standorteignung und Saatzeitflexibilität. Durch seine zügige Jugendentwicklung besonders für raue Standorte und Spätsaaten  geeignet. Trotz seiner Wüchsigkeit ist er sehr standfest und neigt im Herbst nicht zum Überwachsen.
    Sehr gut geeignet für alle Lagen, Mulchsaat problemlos möglich.
  • Karat Rapool (1,5 Mio. Körner/Einheit)
    Besonders gesunde und gleichzeitig leistungsfähige Sorte mit 9–9–8 im Kornertrag, Ölertrag und Ölgehalt. Durch sein einzigartiges Resistenzpaket ist er „Züchters Liebling“. Der robuste, großrahmige Wuchstyp ist besonders für enge Fruchtfolgen gut geeignet. Trotz zügiger Jugendentwicklung schossfest im Herbst und damit auch für frühere Saattermine geeignet.
  • LG Ambrosius (1,5 Mio. Körner/Einheit)
    Sehr ertragsstabile Sorte mit hohem Ölgehalt. Mittlerer Wuchstyp mit sehr guter Standfestigkeit und ausgewogener Herbstentwicklung und dadurch besondere Eignung für frühe und mittlere Saattermine. Trotz gutem Resistenzpaket einer der Sorten mit der besten Druscheignung dank geringer Reifeverzögerung des Strohs.

Übersicht Sorten Winterraps 2026

Sorte Linie /
Hybride
Entwicklung
vor Winter
Blüh-
beginn
Reifeverzögerung
des Strohs
Reife Pflanzen-
länge
Neigung
zu Lager
Tausendkorn-
masse
Korn-
ertrag
Öl-
ertrag
Öl-
gehalt
KWS Vamos H 5 3 5 5 6 3 4 9 9 8
KWS Nautilos H 5 3 4 5 6 3 3 8 9 8
Karat* H – 4 5 5 6 3 4 9 9 8
LG Ambrosius H 5 3 4 5 5 3 4 8 8 8
Daktari H 5 4 4 5 5 3 3 8 8 8
Detlef H 5 3 6 5 5 3 4 9 9 8

Noten aus der Beschreibenden Sortenliste BSA 2025

* Noten aus Züchtereinstufung / vorläufige Bewertung

H = Hybride

 

2. Bodenbearbeitung / Kalkung

Wer Raps anbauen will, sollte jetzt die Flächen saatfertig vorbereitet haben. Dann kann der nächste Regen (niemand weiß ja wirklich, wann er kommt) für die Saat/Auflauf des Rapses genutzt werden. Wer dann erst mit der Grundbodenbearbeitung beginnt, wird wertvolles Wasser für die Keimung verschenken.

Für die Aussaat ist ein mittelfeines, gut rückverfestigtes Saatbett anzustreben. Durch die lang anhaltende Trockenheit neigen die Böden in diesem Jahr regelrecht dazu, in „Mehl“ zu zerfallen. Ein zu feines Saatbett neigt zum Verschlämmen und führt dann zu Auflaufschwierigkeiten. Durch den auftretenden Luftmangel werden Ertragsanlagen am Wurzelhals der Pflanze schon zu einem frühen Zeitpunkt reduziert. Besonders bei Pflugsaaten sollte man aufpassen, dass noch genügend Bodenstruktur erhalten bleibt. Eine allzu tiefe Lockerung ist ohnehin nicht nötig, da durch die Risse im Boden bereits eine natürliche Lockerung stattgefunden hat. Unter den derzeitigen Voraussetzungen ist eine wassersparende Saatbettbereitung oberstes Ziel. Sehr entscheidend für eine gute Bodenstruktur/-durchlüftung ist eine optimale Kalkversorgung.

Hier empfehlen wir Ihnen den Physiomax als Saatbettbereiter (BBag). Der eingelagerte, hochreaktive Algenkalk baut eine stabile Molekülstruktur an der Oberfläche auf und vermindert somit die Verschlämmungsgefahr. Er eignet sich vor allem auch für kleinere Strukturen, da er auf Grund seiner Körnung mit dem Mineraldüngerstreuer ausgebracht werden kann.

 

3. Extreme Trockenheit – Wann säen, wann spritzen?

Basis für einen erfolgreichen Rapsanbau ist die optimale Saat. Über 70 % des Ertrages werden durch die Herbstentwicklung festgelegt.

Besonders durch die Problematik mit dem Rapserdfloh raten wir von späten Saatterminen ab. Mittlere Saattermine ab dem 20.08. sehen wir als optimal. Auch wenn es bis dahin weiterhin so trocken bleibt, raten wir in diesem Zeitfenster zur Saat. Um einen sicheren Bodenschluss zu gewährleisten, sollte dann gegebenenfalls gewalzt werden.  

Mit den Bodenherbiziden (Torso, Butisan Kombi, Butisan Gold, Fuego) würden wir allerdings so lange abwarten, bis es wenigstens einmal geregnet hat. Anschließend möglichst schnell auf den noch feuchten Boden spritzen. Dieser ist dann abgesetzt und es bildet sich an der Oberfläche ein stabiler Wirkstofffilm. Mit dieser Vorgehensweise wird auch vermieden, dass zu viel Wirkstoff in den Keimhorizont des Rapses eingewaschen wird und Kulturschäden verursacht.

Saatstärke:

  • Frühsaat (10. – 20. August)          
    max. 40 keimfähige Körner/m²      
    Hybridsorten
  • Normalsaat (20. – 25. Aug.)
    40 – 45 keimfähige Körner/m²
    Hybridsorten
  • Spätsaat (26. Aug. – 8. Sept.)
    45 – 60 keimfähige Körner/m²
    Hybridsorten

Bei 40 Körner/m² reicht eine Einheit für 3,75 ha.             

Bei 50 Körner/m² reicht eine Einheit für 3,00 ha.

 

4. Düngung

Raps braucht für eine ordentliche Herbstentwicklung ausreichend Stickstoff.

Verbleibt das Stroh auf dem Feld bzw. wird in Mulchsaat gearbeitet, sollte maximal 60 kg N/ha in Form von Volldüngern, KAS oder Gülle gedüngt werden.

Wurde Stroh abgefahren, dann 40 – 50 kg N/ha düngen.

Volldünger unterstützen durch das enthaltene Kali die Winterhärte. Phosphat wirkt positiv auf die Wurzelentwicklung.

 

5. Schneckenbekämpfung

Trotz der extremen Trockenheit besteht auch in diesem Jahr ein Restrisiko durch Ackerschnecken. Besonders aufpassen sollte man entlang von Feldrändern und Altrapsschlägen. Die Bodenbearbeitung unter den derzeitigen Bedingungen reduziert das Risiko zwar deutlich, aber man sollte die Schnecken nicht aus dem Auge verlieren. Besonders effektiv ist die Bekämpfung, wenn der Raps noch nicht gekeimt ist, denn dann haben die Schnecken keine „Wahl“ zwischen Schneckenkorn und Raps. Durch eine Probestreuung auf einer kleinen Fläche kann man sich schon vor der Saat ein Bild vom Befallsdruck machen (Kontrolle der Schleimspuren).

Wenn Befall vorliegt, sollten die Schläge nach der Saat möglichst schnell, mindestens innerhalb von 3 Tagen abgestreut werden. Im Nachgang die Schläge weiterhin kontrollieren und bei Bedarf nachlegen.

Hauptempfehlung:

MetaPads

25 kg – Sack  |  3 kg/ha  |  max. 2 Anwendungen pro Kultur und Jahr

Nützlingsschonend

Nasspressung
deshalb abriebfest und staubfrei, extreme Formstabilität bei Nässe

Sehr gute Lockwirkung
sehr schnelle Anfangswirkung bei Trockenheit

Abstandsauflage
0 m zu Gewässer (5 m Mindestabstand in BW beachten) und Nichtzielflächen

Bei sehr großen Streubreiten bis 28 m:

Metarex Inov

20 kg – Sack  |  5 kg/ha  |  max. 5 Anwendungen pro Kultur und Jahr
Insgesamt max. 17,5 kg/ha pro Jahr

Nasspressung
abriebfest und staubfrei, gute Formstabilität bei Nässe

Abstandsauflage
0 m zu Gewässer (5 m Mindestabstand in BW beachten) und Nichtzielflächen

 

6. Pflanzenschutz im Raps

Vor jeder Überfahrt im Raps vollständige Spritzenreinigung mit All-Clear Extra oder Agroclean!

1. Torso

Torso hat sich in den letzten Jahren sehr gut bewährt und hat nach wie vor in diesem Segment das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. Mit der hohen Wirkstoffaufladung beim bei Metazachlor, Napropamid und Quinmerac bringt es eine sehr gute Grundwirkung auf alle relevanten Unkräuter und zusätzlich gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgras.

Standardvariante bei Pflugsaat, aber auch genauso in Mulchsaaten möglich.

Sichere und breite Unkrautwirkung inkl. Storchschnabel.

Anwendung im Vorauflauf bis zum 4-Blatt-Stadium.

Wir empfehlen aber generell den Vorauflauf, weil dann Hirtentäschel und Hellerkraut sicherer bekämpft werden.

3,5 l/ha Torso

+ 3,0 – 4,0 l/ha Nova zur Verbesserung des Wurzelwachstums und der Vitalität

 

2. Butisan Kombi und Fuego

gefolgt von Runway/Effigo

Standardvariante bei Mulchsaat oder rauem, gröberen Saatbett.

Mit Problemunkräutern wie vor allem: Storchschnabel, Klette, Kamille, Hirtentäschel, Stiefmütterchen

Erste Spritzung 1. bis 5. Tag nach der Saat; ansonsten lässt die Wirkung v. a. gegen Hirtentäschel deutlich nach.

2,5 l/ha Butisan Kombi + 0,5 l/ha Fuego

+ 3,0 – 4,0 l/ha Nova zur Verbesserung des Wurzelwachstums und der Vitalität

So werden 750 g/ha Metazachlor und 500 g/l Dimethenamid-P ausgebracht. Dies entspricht 1,5 l/ha Metacol/Fuego und 0,7 l/ha Spectrum. Sehr gute Breitenwirkung inkl. Storchschnabel und Wirkungsunterstützung gegen Ackerfuchsschwanz.

Die besten Wirkungsgrade werden erreicht, wenn man auf feuchten Boden appliziert.

Spritzung ca. 3 Wochen nach der Saat mit Ausfallgetreide

0,2 l/ha Runway + 0,8 l/ha Agil S/Batalin

+ 75 ml/ha Karate Zeon oder anderes Pyrethroid gegen Rapserdfloh

evtl. + 0,15 l/ha Effigo bei größeren Disteln oder Kletten

 

3. Spritzfolge Fuego – LaDiva

Auf Standorten mit Ehrenpreis und/oder Ackerfuchsschwanzdruck sollte im Vorauflauf unbedingt der Wirkstoff Metazachlor vorgelegt werden:


Erste Spritzung, wenn Vorlage notwendig: 0. – 5.Tag nach der Saat 
1,0 – 1,5 l/ha Fuego


Zweite Spritzung wenn der Raps 2 – 6 Laubblätter hat, mit Ausfallgetreide 
0,25 l/ha LaDiva

+ 1,25 l/ha Focus Ultra + 1,0 l/ha Dash (bei Ausfallgetreide besser)
oder + 0,5 l/ha Select + 1,0 l/ha Öl (günstigere Alternative, besser bei Ackerfuchsschwanz)

+ 75 ml/ha Karate Zeon oder anderes Pyrethroid gegen Rapserdfloh

Vorsicht: LaDiva darf nur mit folgenden Gräsermitteln gemischt werden:
- Fusilade Max, Focus Ultra, Panarex, Select
- Keine Mehrfachmischungen mit Fungiziden und Gräsermitteln
- Keine Mischung mit AHL                             

Wenn LaDiva gespritzt wurde, darf im Herbst kein Carax, Caramba oder Efilor gespritzt werden. Deshalb nicht für frühe Saattermine geeignet.


Alle Angaben wurden nach bestem Wissen und Gewissen erarbeitet. Wir können jedoch keine Gewährleistung übernehmen. Bitte beachten Sie die Gebrauchsanleitungen. Die Anwendungen erfolgen auf eigenes Risiko.

 

 

Bei Fragen stehen Ihnen unsere Fachberater im Außendienst gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr Allgaier Agrarhandel

 


Allgaier Agrarhandel GmbH & Co. KG | Karl Allgaier | Mühlgasse 12 | 89604 Allmendingen | Deutschland | +49 7391 70040 | info@allgaier-agrarhandel.de | https://www.allgaier-agrarhandel.de | Geschäftsführer: Karl Allgaier | Register: HRA 723022 | Tax ID: DE283404602 |
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